29. Oktober 2019 - Galerien - Autor

Frauenfrühstück am 16.10.2019

Brötchen

Nach einem ausgiebigen gemeinsamen Frühstück, bei dem es an nichts fehlte, erzählte uns

Herr Bernhard Scierski „Geschichten aus dem Blätterwald“.

Hierbei ging es im ersten Teil um Württembergs Frauen in der Literatur. Angefangen von Gräfin Richenza von Wolfsölden-Beilstein-Löwenstein (Um 1300), der Schutzherrin des Klosters Murrhardt .

Über Sophie von La Roche geb. Gutermann von Gutershofen. Sie gilt als erste finanziell unabhängige Berufsschriftstellerin in Deutschland außerdem war sie Herausgeberin und Autorin der ersten deutschen Frauenzeitschrift Pomona.

Während es in anderen Frauenjournalen dieser Zeit um Mode, Schönheit und darum ging, wie sich Frauen zu verhalten haben, standen bei Pomona philosophische Texte über Erziehung und Bildung im Vordergrund. Die Leserinnen bekamen Informationen über die Themen Gesundheit, Medizin, Ernährung, Kunst und Porträts erfolgreicher Frauen sowie eine Leserbrief- und Ratgeberkolumne.

La Roche gab Hinweise für Haushalt und Schlafzimmer, womit sie den weiblichen Nerv der Zeit traf. Die russische Zarin Katharina die Große, Vertreterin des Aufgeklärten Absolutismus, kaufte kurzerhand 500 Abonnements der Zeitschrift, um sie an ihrem Hof zu verteilen.[1] Schon im Vorwort des ersten Heftes macht La Roche klar, dass sie den von Männern herausgegebenen Frauenzeitschriften ein Blatt gegenüberstellen will, das von einer Frau geleitet ist. Mit „Pomona“ wollte La Roche vor allem die weibliche Bildung verbessern. Dazu dienten auch Sonderhefte zu einem bestimmten Land, die mit kulturhistorischen Betrachtungen gefüllt waren. Auch weitere Lektüre-Empfehlungen wurden gegeben.

Sophie folgte ihrem Mann 1770 nach Bönnigheim und verbrachte ihre Witwenjahre dort.  Hier beendete sie – auf Anraten eines befreundeten Pfarrers – ihren bereits begonnenen Roman „Geschichte des Fräuleins von Sternheim“, der als erster Frauenroman gilt. Diesen hat sie auch selber finanziert.

Sie war auch die Großmutter von Bettina von Arnim (früher auf dem 5 DM-Schein abgebildet).

Auch Antonia von Württemberg darf nicht fehlen.

Sie warvPrinzessin von Württemberg sowie eine Literatin, Mäzenatin, christliche Kabbalistin und Stifterin der Kabbalistischen Lehrtafel in Bad Teinach-Zavelstein.

Herzogin Antonia wurde am 24. März 1613 in Stuttgart geboren. Sie galt als eine überaus gebildete und vielseitig interessierte Frau. Antonia beschäftige sich mit Mathematik, Astronomie und der Malerei. Sie interessierte sich sehr für die jüdische Mystik, die Kabbala. Außerdem sprach sie fließend Hebräisch. Herzogin Antonia stiftete der Kirche in Weiler zum Stein u. a. silberne Tauf- und Abendmalgefäße, einen bemalten Sakristeischrank, Notenständer, Altardecke, Beichtstuhl und vieles mehr, wovon manches heute noch vorhanden ist.

Im März 1649 schenkte der regierende Herzog Eberhard III. seiner unverheirateten Schwester Antonia den Steinächleshof zwischen Affalterbach und Leutenbach. Hier ist wohl auch die Lehrtafel entstanden.

Die Kabbalistische Lehrtafel überstand die Nazizeit wohl nur deshalb, weil die Zeichen auf der Tafel als „griechisch“ gehalten wurden. Tatsächlich ist es jedoch hebräisch.

 

Eine weitere Frau, die bei diesem Thema nicht fehlen darf ist Antonie– Tony – Schuhmacher

Die Ludwigsburgerin gehörte neben Thekla von Gumpert, Isabella Braun, Ottilie Wildermuth, Johanna Spyri und Agnes Sapper zu den renommiertesten Kinderbuchautorinnen des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts.

Sie begann erst im Alter von 40 Jahren zu schreiben. Sie ist Autorin von mehr als 40 Kinderbüchern, die bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts viel gelesen wurden. Ihre Kinderbücher waren betont pädagogisch, die zur Entwicklung des Pflichtgefühls, religiösen Verhaltens und der Nächstenliebe beitragen sollten. Im Mittelpunkt ihrer Kinderbücher standen gern elternlose, arme, einsame und kranke Kinder oder solche aus fremden oder adeligen Milieus. 1984 wurde ihre Erzählung „Reserl am Hofe“ verfilmt, gefolgt von „Cirkuskinder“ (1986) und „Das Turmengele“ (1986).

Im Alter von 75 Jahren kehrte die Schriftstellerin wieder in ihre Geburtsstadt zurück. Sie nahm Quartier in einem zur „Gustav Wernerschen Kinderheilanstalt“ gehörenden Gebäudeteil. Ihre Fürsorge gehörte den kranken Kindern, die Tony Schumacher Heimela nannten. Anlässlich ihres 80. Geburtstages wurde in Ludwigsburg eine Straße nach ihr benannt.

Auch  Elisabeth Oehler-Heimerdinger, die bis zu ihrem Tode in Erdmannhausen lebte, wurde nicht vergessen. Sie war eine deutsche Missionarin und Schriftstellerin.

Elisabeth Oehler-Heimerdinger, Kind einer pietistischen Kaufmannsfamilie, erhielt ihre schulische Ausbildung an einer Höheren Töchterschule und in einem Mädchenpensionat.

Elisabeth Oehler-Heimerdinger folgte ihrem Mann, einem Missionar, 1909 nach China, wo sie mit ihrem Mann in der Missionsarbeit wirkte. Sie war als Lehrerin tätig und pflegte insbesondere den Kontakt zu chinesischen Frauen, mit deren Problemen sie auf diese Weise vertraut wurde. Nachdem die Familie Oehler 1920 nach Deutschland zurückgekehrt war, widmete sich Elisabeth Oehler-Heimerdinger der Erziehung ihrer vier Kinder und unterstützte ihren Ehemann bei seiner akademischen Tätigkeit an den Universitäten Tübingen und Basel sowie in der Gemeindearbeit.

Elisabeth Oehler-Heimerdinger verfasste eine Vielzahl von erzählenden Werken, die meist der Missionsliteratur zuzurechnen sind. Daneben entstanden Gedichte, Memoiren, Biografien sowie Übersetzungen chinesischer Lyrik. Ein Chinese sagte einmal über ihr Werk, dass nicht nur die Übersetzung stimmt sondern Elisabeth Oehler-Heimerdinger würde auch den Ton treffen.

Im zweiten Teil des Vortrags ging es in erster Linie um Mädchenliteratur (Backfischliteratur)

Es gibt/gab immer schon Mädchenliteratur aber keine reine Jungenliteratur. Wenn dann Jugendbücher, die von beiden gelesen wurden, Mädchen gelten als neugieriger, lediglich die Themen ändern sich, das Lesen bleibt jedoch in den meisten Fällen.

Eine der wichtigsten Schriftstellerinnen in diesem Genre war Else Ury, die Autorin des „Nesthäkchen“,

Über  die blonde Arzttochter Annemarie Braun und deren Leben gibt es  insgesamt zehn Bände.

Daneben schrieb Else Ury eine Reihe weiterer Bücher und Erzählungen, die sich vor allem an Mädchen richteten und in denen sie überwiegend ein traditionell bürgerliches Familien- und Frauenbild vertrat. Sie wurde als Jüdin unter dem Regime der Nationalsozialisten entrechtet, deportiert und in Auschwitz ermordet.

Dennoch: das Buch verschwand nie aus den Regalen, weil das Nesthäkchen dem protestantischen Bild eines Mädchens entsprach.

In Ihrem Buch „Nesthäkchen und der erste Weltkrieg“ drückte sie Mitleid mit dem „Feind“ aus, ein totaler Tabubruch Von 1915 bis 1960 ist Nesthäkchen das meistgedruckte Buch.

Pippi Langstrumpf brachte dann alles durcheinander. Sie rechnete wie sie wollte, sie lebte alleine usw. Das Buch wurde in Deutschland 25 Verlagen angeboten nur Frau Öttinger (Stgt) veröffentlichte Pippi Langstrumpf, woraufhin Astrid Lindgren nur noch im Öttinger-Verlag veröffentlichte

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